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🙌🏼 Motivieren in Gespräch

Kennst du das? Die Lösung einer Herausforderung oder Situation mit einem Schüler/einer Schülerin liegt quasi auf der Hand, aber er/sie will einfach nichts tun oder traut sich nicht, einen Schritt zu setzen? Dann kommen hier deine Werkzeuge, damit dein Gegenüber "in die Gänge" kommt – und zwar aus eigenen Stücken:

🙌🏼 Motivieren in Gespräch
Kennst du das?

Du siehst eigentlich genau, was einem Schüler oder einer Schülerin helfen würde – egal wie oft du erklärst, motivierst oder gut zureden möchtest. Oder er/sie weiß soagar selbst, was nötig wäre. ABER es passiert nichts.


Vielleicht zieht sich die Person zurück. Vielleicht blockiert sie komplett. Vielleicht kommt nur ein „Ist mir egal“, obwohl du spürst, dass eigentlich viel dahintersteckt.

Oft liegt das Problem dann nicht darin, dass Schüler*innen „nicht wollen“, sondern daran, dass sie innerlich noch nicht bereit sind. Genau hier setzt motivierende Gesprächsführung an.


Was ist das?

Der Ansatz stammt aus der psychologischen Arbeit und hilft dabei, Motivation nicht von außen „hineinzudrücken“, sondern gemeinsam mit dem Gegenüber entstehen zu lassen. Statt Druck, Diskussionen oder endlosen Erklärungen geht es darum, Verständnis aufzubauen, innere Konflikte sichtbar zu machen und kleine realistische Schritte zu ermöglichen.


Wichtig dabei: Menschen verändern sich nachhaltiger, wenn die Motivation aus ihnen selbst kommt.


Wie geht das?

Zunächst einmal braucht es ein vorab eine "positive Gesprächsbeziehung" bzw. einen "Beziehungskredit". Das bedeutet, dass dir der/die Schüler/in genug vertraut und zuhört (Glauben schenkt), weil ihr schon ein bisschen an Verbindung habt. Dabei geht es (nicht nur) um die Zeit, die ihr euch schon kennt, sondern vor allem auch wie viel Sicherheit, Vertrauen, Offenheit und Sympathie eure Beziehung inne hat.


Motivierende Gesprächsführung funktioniert dabei meist in zwei Phasen.

In der 1. Phase geht es darum, überhaupt erst Mitarbeitsbereitschaft aufzubauen. Viele Lehrpersonen springen direkt zu Lösungen oder Konsequenzen – obwohl Schüler*innen innerlich noch gar nicht an diesem Punkt sind.

Hier geht es zuerst darum:

  • Vertrauen aufzubauen

  • Verständnis zu zeigen

  • Ziele und Wünsche sichtbar zu machen

  • innere Konflikte bewusst zu machen


Zum Beispiel: Ein Schüler sagt:

„Lernen bringt eh nichts.“

Statt sofort zu argumentieren: „Natürlich bringt Lernen etwas!“ könnte man eher fragen: „Gab es schon Situationen, wo du stolz auf dich warst?“ oder: „Was würdest du dir eigentlich für deine Zukunft wünschen?“


Dadurch entsteht eher Selbstreflexion statt Widerstand.


Die zweite Phase beginnt dann, wenn Bereitschaft da ist. Jetzt geht es darum, Commitment zu stärken und konkrete Schritte möglich zu machen.

Wichtig ist: Keine riesigen Veränderungen verlangen.

Sondern:

  • kleine realistische Schritte

  • konkrete nächste Handlungen

  • erreichbare Ziele


Zum Beispiel:Nicht: „Du musst dich jetzt komplett verbessern.“

Sondern: „Was wäre ein erster kleiner Schritt, den du dir diese Woche zutraust?“ oder: „Was würde es ein kleines bisschen leichter machen?“


Die Werkzeuge

Dabei helfen einige grundlegende Techniken besonders gut.


Empathie ausdrücken bedeutet, dass Schüler*innen sich verstanden fühlen dürfen, bevor sie sich verändern sollen.

Das heißt:

  • aktiv zuhören

  • Gefühle ernst nehmen

  • nicht sofort korrigieren oder bewerten


Zum Beispiel: „Das klingt gerade echt anstrengend.“ oder: „Ich verstehe, dass dich das frustriert.“


Viele Schüler*innen erleben im Alltag ständig Bewertungen. Verstanden zu werden reduziert oft schon einen großen Teil des Widerstands.


Diskrepanz aufzeigen bedeutet, einen Widerspruch zwischen Verhalten und eigentlichen Zielen sichtbar zu machen – aber ohne Vorwurf.


Zum Beispiel: Ein Schüler sagt: „Mir sind meine Freundschaften wichtig.“

Gleichzeitig beleidigt oder isoliert er andere.


Statt Vorwürfen könnte man fragen: Wie passt das gerade zu dem, was dir eigentlich wichtig ist?“ oder: „Wie würdest du gerne mit anderen umgehen?“


Oft entsteht Motivation genau dann, wenn Menschen selbst merken: Eigentlich handle ich gerade nicht so, wie ich sein möchte.


Widerstand annehmen ist besonders wichtig. Viele Lehrpersonen kämpfen unbewusst gegen Widerstand an – und verstärken ihn dadurch.

Wenn Schüler*innen blockieren, provozieren oder diskutieren, hilft Konfrontation oft wenig. Hilfreicher ist:

  • Druck rausnehmen

  • Verständnis zeigen

  • ruhig bleiben


Zum Beispiel: „Ein Teil von dir möchte vielleicht etwas verändern, ein anderer Teil gerade noch nicht.“ oder: „Du musst das jetzt auch nicht sofort entscheiden.“

Erinner dich immer wieder daran: Widerstand ist oft kein Zeichen gegen dich als Lehrperson, sondern Teil des inneren Konflikts.


Selbstwirksamkeit fördern bedeutet, Schüler*innen wieder erleben zu lassen:„Ich kann etwas schaffen.“

Viele wissen theoretisch, was gut wäre – glauben aber nicht daran, dass sie es schaffen können.


Deshalb helfen:

  • kleine erreichbare Schritte

  • Erinnerung an frühere Erfolge

  • ehrliches Bestärken


Zum Beispiel: „Du hast das früher schon einmal geschafft.“oder: „Was hat dir damals geholfen?“

Wichtig ist, Ziele so klein zu machen, dass Erfolg wieder möglich wirkt.


Beweisführung vermeiden bedeutet, nicht zu versuchen, Gespräche zu „gewinnen“, denn je stärker Menschen sich gedrängt fühlen, desto stärker verteidigen sie oft ihre aktuelle Position.


Zum Beispiel: „Handys sind schlecht für dich!“ führt oft eher zu Diskussionen.

Hilfreicher wäre: „Wie geht es dir eigentlich, nachdem du mehrere Stunden online warst?“ oder: „Was glaubst du, würde sich verändern, wenn du etwas weniger Zeit damit verbringen würdest?“


Fragen fördern oft mehr Veränderung als Belehrungen.


⚠️ Am Ende geht es nicht darum, jedes Problem sofort zu lösen. Oft ist schon viel gewonnen (mehr als man glaubt!), wenn Schüler*innen erleben:

  • Ich werde ernst genommen.

  • Ich werde verstanden.

  • Ich darf meinen eigenen Weg finden.

  • Veränderung ist möglich.

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